Der Club TdC bei einem der größten Jedermann-Rennen der Welt

Ein Erfahrungsbericht der Club TdC Mitglieder bei den Cyclassics in Hamburg.

Am Samstagnachmittag führten uns die beiden Hamburger Club TdCler Reiner Bavendiek und Olaf Sauer in einer beeindruckend schönen Runde entlang des Elbe-Deichs in Richtung Osten. Die 50 km waren genau das Richtige zur Vorbereitung. Bei kräftigem Rückenwind auf dem Heimweg konnten wir schon mal Tempogefühl für den nächsten Tag aufnehmen, ohne uns dabei anzustrengen.

Am Abend fand dann unsere mittlerweile schon obligatorische Pasta-Party statt. Wie bereits im Vorjahr haben wir diese gemeinsam mit dem Lions Club Ellerbek-Rellingen durchgeführt, dessen Vorstand Club TdC Mitglied Bernd Dankowski angehört. So waren wir insgesamt eine Gruppe von über 30 Personen, die sich wiedertrafen und viele Themen, vor allem rund um den Radsport und die Renntaktik, zu besprechen hatten. Insbesondere der Austausch zwischen den Radsport-Novizen vom Lions Club und unseren erfahrenen Rennfahrern hatte so seine Reize. Unser Dank gilt Adhara und Cevo, die uns im stylischen Lokal „Gewerbe 5“, mitten im Szeneviertel St. Pauli, mit ausgezeichneter Antipasti und Pasta liebevoll umsorgten und kulinarisch bestens auf den Renntag vorbereiten. Aber was heißt schon „bestens“: bei der guten Stimmung in und um das Lokal und den vielen Wiedersehen ran vielleicht ein Weizen mehr als im Trainingsplan vorgesehen durch die Kehlen.

Am Sonntag war es dann wieder soweit. Die Interessen unserer Club TdCler waren an diesem Tag sehr unterschiedlich. Nur das Ziel „sturzfrei ankommen“ einte uns. Im Gegensatz zum Vorjahr, als wir den heißesten Tag des Jahres erwischten, war mit angenehmen 20 Grad bestes Radlerwetter angesagt.

Jeder hatte dann wohl sein eigenes Vorbereitungsprogramm am Morgen vor dem Start. Sven ging ganz neue Wege und stellte den Wecker auf 04:00 Uhr, um zum Entsetzen seiner Familie seine Speicher mit weiteren Pasta-Bergen an Meersalz aufzufüllen.  Andere gingen auf Nummer sicher und taten genau dasselbe wie sonst auch, nur halt ein paar Stunden früher. Ab 07:00 Uhr füllten sich die verschiedenen Startblöcke. Da die meisten Club TdCler in A bis D starteten, mussten sie auch früh vor Ort sein. 

Die Cyclassics gehören zu den ganz besonderen Highlights im Jahr - auch für uns Club TdCler

Dann wurde es wirklich individuell. Hier ein paar Eindrücke von Teilnehmern unseres Clubs:

Sven Hoffmann (157 km Strecke):

„Wir waren immerhin zu dritt (Jan, Thomas, Sven) im Block D für die 157 km. Die Strategie war auch klar: die ersten 100 km sollten entspannt im Feld ablaufen. Kräfte schonen. Es mag am noch jungen Alter liegen, aber schon in der Hafencity war es vorbei mit der Strategie. Gemeinsam mit vier unbekannten Mitfahrern ging es sehr schnell los und einige hundert Meter vor dem Hauptfeld über die Köhlbrandbrücke in die Harburger Berge. Selten konnte ich den Ausblick so genießen, ein tolles Gefühl ohne das Feld über die Brücke zu fahren. Die Kommentare von Jan und Thomas zu dieser „Ausreißaktion“ möchte ich an dieser Stelle nicht wiedergeben. J

 

Nachdem wir uns dann wieder im Feld einsortiert hatten, war es ein schönes, diszipliniertes Fahren. Gegenüber den Vorjahren blieb auch nach der Durchfahrt in Hamburg ein Großteil unserer Gruppe zusammen, wohl dem guten Startblock (und damit Rainer) zu verdanken. Das Tempo blieb auch auf den letzten 50 km stabil. Leider gab es zwei sehr unglückliche Stürze kurz vor Wedel im direkten Umfeld… die einzigen nachdenklichen Momente an diesem Tag. Der Kösterberg, die Elbchaussee, Teufelsbrück, die Reeperbahn - schöner können die letzten Kilometer eines Rennens eigentlich kaum sein. Immer wieder unglaublich, welche Stimmung in und um Hamburg an den Straßen herrscht.

Im Ziel dann ein Wiedersehen mit den unterschiedlichsten Menschen - die Welt ist ein Dorf und der Radsport führt alle zusammen: alte Freunde, ehemalige Kollegen, alle Teilnehmer des Club TdC. Hauptsache alle gesund im Ziel!“

 

Bernd Dankowski (100 km Strecke):

„Der Lions Club führt im Rahmen der Cyclassics eine Activity durch, um Spenden zu sammeln, die zur Anschaffung von Radhelmen für ABC-Schützen verwendet werden. Hierfür gehen Lions an den Start, die keine oder nur wenig Erfahrung mit Radrennen haben. So war es für die Lions eine große Hilfe, dass ich mit Joe, Matthias, Tim und Schreckus (Stefan Schreck, ehemaliger Profi) unsere eigenen Rennambitionen zurückgestellt habe und die Lions bei ihrer Activity unterstützte. Gut eskortiert könnten so die Lions am Sonntag die Strecke sturzfrei finishen und waren ihren Edelhelfern dankbar.“

 

Uli Schuhmann (157 km Strecke):

„Für mich war es der geplante Höhepunkt der Rennradsaison 2013. Entsprechend gut hatte ich versucht mich vorzubereiten. Besonders gespannt war ich auf das Fahrverhalten im „Racing Block A“. Alle Sorgen stellten sich als unbegründet heraus. Der Veranstalter hatte mit seinem neuen Sicherheitskonzept für viel Ruhe im Feld gesorgt. Dem konnten sich auch die Ambitionierten nicht entziehen. Kein Drängeln, rechtzeitiges Anzeigen und Rufen, Platz lassen, alles lief „entspannt“ nach Lehrbuch ab.

 

Dem irren Anfangstempo bis zum Wendepunkt nach ca. 50 km folgte viel taktisches Fahren gegen den Wind zurück nach Hamburg, das erst auf der langen Strecke in Richtung Pinneberg sein Ende fand. Und ab Kösterberg war es mit der Ruhe eh vorbei. Meine Rechnung ist voll aufgegangen: 150 km im Feld verstecken und immer Sichtkontakt zum Führungsfahrzeug halten. Auf den letzten 2 km gab es doch noch die üblichen (nicht so schlimm aussehenden) Stürze, als die Positionskämpfe losgingen. Ich war nur betroffen, weil ich absteigen und in alter Rolf Wolfshohl-Manier (die Älteren unter uns erinnern sich noch an den Cross-Weltmeister) mein Rad schultern und über die Liegenden hinweg steigen musste. Am Ende überquerte ich nur 34 Sekunden hinter dem Sieger als 67. die Ziellinie und war sehr zufrieden.“

Nach dem Rennen trafen sich die Club TdCer und Lions am Gerhard-Hauptmann-Platz, um bei strahlendem Sonnenschein und nur teilweise alkoholfreiem Weizenbier die Impressionen aus einem gelungenen Rennen auszutauschen.

 Hier noch die Ergebnisse :

157 km-Strecke

Name

AK

Platz Ges.

Platz AK

Zeit

Km/h

Schuhmann, Uli

54

67

14

3:50:00,77

40,9

Hoffmann, Sven

77

567

157

4:07:06,34

38,1

Catalan, Thomas

72

849

374

4:14:06,36

37,0

Pilz, Matthias

72

875

385

4:15:00,63

36,9

Drögemöller, Jan

60

881

152

4:15:16,78

36,9

Der Club TdC belegte in der Teamwertung Platz 20 von 85

103 km-Strecke

Name

Jahrg.

Platz Ges.

Platz AK

Zeit

Km/h

Mann, Rodger

64

403

178

2:37:21

39,2

Peters, Martin

70

508

223

2:38:29

38,9

Ritters, Matthias

65

708

320

2:39:54

38,5

Poppe, Peter

62

727

98

2:40:02

38,5

Köllmann, Andreas

63

1643

705

2:46:37

37,0

Westphäling, Jürgen

61

5317

963

3:05:46

33,2

Burger, Axel Frank

64

7074

2845

3:17:25

31,2

Helling, Tim

72

7682

3039

3:22:59

30,4

Hoffmann, Matthias

64

7821

3084

3:24:26

30,1

 

Das Team steht zwar nicht in der offiziellen Wertung (warum wissen wir nicht), den Zeiten entsprechend hätten sie Platz 22 von 415 belegt.

 

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