Ein paar Kilometer mehr gehen noch

Ein Erfahrungsbericht über das Trainingslager 2014 auf Sizilien

von Annette Matzke aus Frankfurt

Schon mal von Kummer-Kilometern gehört? Falls nicht, empfiehlt sich ein Trainingslager mit dem Rennradclub Tête de la Course. Der bundesweite Verein verbindet wie kein anderer das Hobby Rennradfahren mit dem Gedanken des Netzwerkens. Das Schöne daran: Nicht nur die Trainings-Destinationen sind außerordentlich anspruchsvoll, sondern auch die Menschen. Hier treffen interessante Persönlichkeiten aufeinander, die mit einer gelungen Mischung aus Sportlichkeit, Ehrgeiz und Lebensfreude für eine Woche Rennrad fahren. Langeweile fühlt sich anders an.

In diesem Jahr treffen sich rund zwanzig Club TdCler auf Sizilien, um besagte Kummer-Kilometer zu absolvieren. Mario Kummer, Ex-Radprofi und Olympia­sieger im Mannschaftszeitfahren, spornt die Club TdCler zu Höchstleistungen an. Neben einem Technik- und Geschicklichkeitstraining sind es oftmals die kleinen Tipps und Tricks, die alle Teilnehmer auf ihrem höchst individuellen Niveau jeden Tag besser werden lassen.

Als wandelndes Rad-Lexikon weiß Mario auf wirklich jede Frage eine Antwort. Dabei liegen die wichtigsten Antworten in der Luft – oder in der SRM-Sprache „in der Cloud“. Die Möglichkeit, nicht nur neben einem Profi zu trainieren, sondern die eigenen Erfolge durch eine Leistungsdiagnostik mittels SRM-Technik zu analysieren, macht den kleinen aber feinen Unterschied dieses Trainingslagers aus. Trainieren ist en vogue – nach dem Marathon-Hype erfasst mittlerweile der Rennrad- und Triathlon-Hype alle Altersgruppen. Trainingslager sprießen aus dem Boden. Da hilft der genaue Blick, was ein gutes von einem besseren Trainingslager unterscheidet.

Von Anfang bis Ende perfekt organisiert

Der erste Erfolgsgarant für eine Woche stressfreies Radeln bleibt die Organisation. Angefangen von der präzisen Ablaufbeschreibung im Vorfeld bis hin zum Late-Check-Out für jene Unermüdlichen, die auch am Abreisetag noch eine lockere Radeinheit einlegen wollen. Das Event-Team um Uli Schuhmann, Joachim Kuhlmann und Karl-Otto Walz kennt keine Herausforderungen, sondern nur Lösungen. Für die Zukunft kann das nur heißen: Never change a winning team.

Doch auch die beste Organisation braucht eine Location, die vor allem einem dient: dem Rennradtraining. Die Wahl fällt auf das Arenella Ressort, einer Vier-Sterne-Hotelanlage nahe Syrakus im sizilianischen Südosten gelegen. Die Mieträder dort sind in Top-Zustand – inklusive hilfsbereitem und zuverlässigem Technik-Support. Das Ressort trägt dem Anspruch jedes Club TdClers Rechnung: Denjenigen, die neben Wellness, Schwimmbad, Massage auch das typische Sportler-Buffet in einem Umkreis weniger Meter erreichen wollen sowie solchen, die zum Abendessen lieber die Gourmetfahrten in die traumhaft schöne Altstadt von Syrakus in Kauf nehmen. So oder so: Die Stimmung ist jeden Abend gut, neben interessanten Gesprächen ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten zum Netzwerken. Bemerkenswert bleibt die offene Art, mit der ich als neue Teilnehmerin in den über Jahre fest zusammen gewachsenen TdC-Kreis aufgenommen wurde. In einer solch entspannten Atmosphäre schaut man gerne über die kleinen Eigenheiten starker Persönlichkeiten hinweg.

Jeder ein wahrer Held

Im Trainingslager wird in erster Linie die Grundlagenausdauer gestärkt. Ziel ist, später in der Saison schnellere, intensivere Einheiten bis hin zum Wettkampf zu verkraften. Eine starke Grundlage verzögert zudem die Bildung des leistungslimitierenden Laktats. Soweit die Theorie. In der Praxis ist es nicht immer so leicht, ähnlich starke Leistungsgruppen zu bilden. Was für den einen ein lockeres Grundlagentraining bedeutet, heißt für den anderen mit Schnapp-Atmung fast permanent am Anschlag zu fahren. Aber auch hier findet der Club TdC passende Antworten. Neben der Möglichkeit, immer wieder zwischen den Leistungsgruppen zu wechseln, war ich bei dem einen oder anderen Berg für die – wohlgemeinte – schiebende Hand an der Taille durchaus dankbar. Eine klare Win-Win-Situation für alle Seiten.

Sizilien bietet traumhafte Rennradrouten: wenig Verkehr, ehrliche Bars mit ausgezeichneten Cappuccinos & mehr. Auch wenn die Straßen in Küstennähe zuweilen mehr Löcher als Asphalt hatten: wenn das Peloton lief, dann lief es. Rekordverdächtig scheint die Pannenstatistik. Allein in den ersten Tagen gab es sechs Platten – alle, ohne die gute Laune und das Rennradfieber zu verlieren. Zudem lernten wir schnell, wie man solche Löcher geschickt umfährt. In den folgenden Tagen reduzierten sich damit auch deutlich die Pannen. Letztlich ist Reifenflicken dann doch nur eine Frage der Zeit. Und Zeit ist bekanntermaßen relativ: Auch die Königsetappen des letzten Tages mit 120, 160 beziehungsweise rund 200 km klingen nach vielen Kilometern – und sie sind es auch. Denn in der Regel liegen die tatsächlichen Streckenkilometer um mindestens zehn Prozent höher als die bei der vorabendlichen Routenvorstellung veranschlagten und kommunizierten Kummer-Kilometer. Womit dieser Begriff auch geklärt wäre. Ob mit oder ohne Kummer: Gefühlt vergingen sie wie im Fluge – so wie das gesamte Trainingslager. In diesem Sinne sind die sizilianischen Kummer-Kilometer wohl eher ein Synonym für angenehme Schinderei.

Reifenpannen können auch Spaß machen

Statements der Teilnehmer:

„Wie immer ein gelungenes Event. Interessante Gesprächspartner, sportlicher Ansporn ohne Leitungsdruck.“ Alexandra

„Ein Trainingslager mit hohem Wohlfühlfaktor und gepflegtem Gedankenaustausch.“ Frank

„Mehr geht nicht: Interessante und sehr nette Teilnehmer, erstklassige Trainingsbetreuung und herrliches Revier.“ Andrea

Club TdC Trainingslager steht für intensives Rennradfahren, kurz/kurz bei sommerlichen Temperaturen unter professioneller sportlicher Leitung.“

„Das Trainingslager mit dem TdC war ein tolles Erlebnis. Neben tollen Ausfahrten bei bester Betreuung machte es viel Spaß in dieser Truppe!“  

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Video

  • Technik- und Geschicklichkeitstraining
    mit Mario Kummer.