Entdeckungen in Thüringen

 

Rad-Entdeckungen sollten es werden ... und sind es geworden. Vier Tage lang hat der Club TdC in Thüringen eine mit vielen Höhenmetern radlerisch sehr anspruchsvolle Mittelgebirgslandschaft erkundet, aber auch Geschichte und Kultur in Weimar, Erfurt und Eisenach erlebt. Danke an alle Teilnehmer, insbesondere aber an die „Locals“ Mario Kummer und Frank Zühlke, die uns sicher und souverän über Asphalt, Kopfsteinpflaster, Betonpisten und Schotter gelotst haben und uns ihre Heimat (einschließlich der Thüringer Bratwurst) näher gebracht haben.

Tag 1 ...

... stand unter dem Motto „Einrollen“. Spätestens am Anstieg zur Schmücke, einem Bergplateau auf 916 m unmittelbar am Rennsteig, war von lockerem Einrollen nichts mehr zu spüren, der Tag wurde anstrengend ... Die Schmücke, im Jahr 2009 gemäß der Wetterbilanz des Deutschen Wetterdienstes mit 1.292 Sonnenstunden der sonnenärmste Ort Deutschlands und mit jährlich 1288,3 mm der niederschlagsreichste in den neuen Bundesländern, zeigte sich bei herrlichem Frühsommer-Wetter mit strahlend blauem Himmel und Temperaturen bis zu 30 Grad aber immerhin von ihrer besten Seite. Weiter ging’s über die welligen Straßen des Rennsteig-Gebiets, dem etwa 170 km langen Kammweg im Thüringer Wald, wieder zurück zu unserem Base Camp in Arnstadt. Fazit des Tages: „Einrollen“ geht im Thüringer Wald anders ... 

Tag 2 ...

... sollte der Tag der Königsetappe mit dem Ziel Wartburg werden. Nach vorabendlichen und morgendlichen Dauerkonsultationen vermutlich aller verfügbaren Wetter-Apps war aber klar: Es würde regnen, mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst im Westen Thüringens und mit noch größerer Wahrscheinlichkeit erst am Nachmittag. Und auch klar, eine Königsetappe im Regen würde nur wenig Spaß machen ... Also Planänderung. Am Ende wurde es eine schöne 3 Stunden-Radrunde von Arnstadt Richtung Osten im Sonnenschein und ein Autoausflug zur Wartburg. Fazit des Tages: Flexibilität macht Sinn ...

 

Tag 3 ...

... war – bei wieder gutem Wetter - Geschichte und (Rad-)Kultur gewidmet. Der Weg zu unserem ersten Ziel, dem Zentrum von Weimar, war allerdings für einen Teil der Teilnehmer zeitweise mit Beton gepflastert. Mario Kummer führte uns über (in DDR-Zeiten nicht unübliche) Betonpisten, die aufgrund teilweise sehr großzügig bemessener Zwischenräume äußerst unangenehm zu fahren waren. Dass, wie uns Mario glaubhaft versicherte, auf solchen Pisten vor der Wende sogar Zeitfahren durchgeführt worden sind, ist unvorstellbar! Der andere Teil der Teilnehmer gewann währenddessen neue Erkenntnisse zu den Dos und Dont’s des Radsports ... ob es um das Fahren in der Gruppe oder die Kleider- und Rasierordnung ging, als erfahrener Trainer hatte Frank Zühlke für jeden einen guten Ratschlag in petto. Nach einer Stadt-Radrundfahrt in Weimar, bei der jeder Teilnehmer am Abend zuvor zugeloste Bau- und Kulturdenkmäler vorstellte und der obligatorischen Bratwurst auf dem Marktplatz ging es weiter Richtung Ettersberg. Das dort von den Nationalsozialisten betriebene Konzentrationslager Buchenwald ist heute eine Gedenkstätte, die die Besucher das unfassbare Grauen eines Konzentrationslagers spüren lässt; für alle war es danach schwierig, von tiefer Bewegung zu fröhlichem Radfahren zurückzufinden. Die nächste Station war Erfurt, die Landeshauptstadt Thüringens, die uns von Stephan Schreck, der dort lebt und an diesem Tag einen Teil der Gruppe begleitete, nähergebracht wurde. Eine weitere Pause in einem der schönen Cafés auf dem Wenigemarkt war dabei unvermeidbar ... Fazit des Tages: 130 km in 8 ½ Stunden sind sportlich gesehen nicht gerade herausragend, wenn sie aber so mit Geschichte und Kultur gefüllt sind wie an diesem Tag, sehr eindrücklich. 

Tag 4 ...

... war Abreisetag und damit traditionell „Ausrolltag“. Wie das Einrollen war aber auch das Ausrollen eher sportlich ausgelegt. Die landschaftlich wunderschöne Strecke von Arnstadt hoch in das Wintersportzentrum Oberhof, runter nach Zella-Mehlis, wieder hoch nach Oberhof und zurück nach Arnstadt, summierte sich am Ende auf flott gefahrene 80 km und 1100 hm und ließ die Radleraugen noch einmal leuchten. Und das zusätzliche Paar rasierter Radlerbeine und die sehr (ok, überwiegend) kompakt fahrende Großgruppe ließen auch die Traineraugen leuchten ... Fazit des Tages: Thüringer Wald hat was!   

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