Bericht über den TdC-Saisonauftakt auf Mallorca

 

Das Surren der Freilaufnaben ist im Morgengrauen überall zu hören ... Ca. 40 Carbon-Rennräder kommen aus allen Himmelsrichtungen und versammeln sich bei Temperaturen weit unter 10 Grad zur Verladung in einen Reisebus. Ihre Besitzer, Club TdC-Mitglieder und –Freunde,  treffen sich - eingehüllt in mehrere Lagen Funktionsbekleidung - zum Frühstück. An der Kaffeemaschine schauen sie in müde aber erwartungsfrohe Gesichter

Die Szenerie erinnert an den Start eines Renntages, aber es ist „nur“ der Königsetappentag der diesjährigen Club TdC Saisoneröffnung auf Mallorca mit Ziel Cap Formentor.
Der Club TdC ist zurück im vertrauten Robinson Club Cala Serena mit seinen vielen – für Trainingserfolg und Wohlbefinden - nicht zu unterschätzenden Vorteilen in puncto Regeneration: Kulinarische Versorgung rund um die Uhr, Sauna und Massagen für Entspannung und Wellness, kalte Getränke an der Bar als Treibstoff für Gespräche und Austausch. 
Auch in diesem Jahr hat das Organisationsteam um unsere 1. Vorsitzende Ilse Kröner, Event-Vorstand Karl-Otto Walz und den sportlichen Leiter Mario Kummer wieder ein hoch interessantes Rad- und Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Ein eigens für uns erstelltes Roadbook, das professionelle Guiding durch Mario Kummer, Olaf Ludwig und Stephan Schreck sowie der technische Support von Maik Kummer vor und nach dem Start haben radsportlich keinerlei Wünsche übrig gelassen.

Nicht nur unsere Königsetappe, auch das ca. 5 km lange Team-Bergrennen auf den San Salvador war ein echtes Highlight. Schon die Team-Auslosung am Vorabend war schon ein „Instant Classic“. Ganz ohne die in früheren Jahren zwar hilfreiche, aber für durchschnittliche Excel-Nutzer auch etwas komplexe „Pivot Tabelle“ zog unsere Losfee die zuvor durch unsere Guides in Leistungsklassen einsortierten Starter in 5 Gruppen á 8 Starter (oder waren es 8 Gruppen á 5 Starter?) aus Sektkübeln. So zumindest die Theorie ... Dank der flinken Finger von Karl-Otto Walz wurden die gelosten Zettel angeblich ganz regelkonform so auf dem Tisch hin und her geschoben, dass sich schlussendlich tatsächlich 5 Teams mit vergleichbarer Leistungsverteilung gefunden haben, die am nächsten Tag in 8 „Flights“ gegeneinander ins Rennen gehen sollten.
Das Bergrennen versprach dann auch nicht zu viel ...
Während in Start-Gruppe 1 der Schlusssprint schon direkt beim Start angezogen wurde, war das Tempo in den nachfolgenden Gruppen schon etwas dosierter. Einigen Startern blieb sogar noch genug Luft, um zusammenhängende Sätze in die durch Mario Kummer perfekt und rüttelfrei (!) geführte Kamera zu rufen. So oder so, jeder unserer Starter hat eine wirklich tolle Leistung auf die Strecke gebracht und der Stimmung auf dem Gipfel nach zu urteilen, hatten dabei obendrein auch alle eine Menge Spass.

Die mit Spannung erwartete Siegerehrung überraschte die Gruppe um Uli Schuhmann, die mit durchweg guten Leistungen den Sieg eingefahren hat. Bei einem standesgemässen Glas Wein konnte sich das Team gebührend feiern (lassen) und - wie es sich für moderne Führungskräfte gehört - scheinbar erstmals realisieren, dass sie gemeinsam in einem Team gestartet sind ...

Für genügend Denksport sorgte auch das diesjährige Vortragsprogramm. Dr. Matthias Hoffmann und Mario Kummer gewährten uns ernüchternde und zugleich ermutigende Einblicke in die Welt der Medizin und Sportphysiologie. Wurde im offiziellen Programm der Vortrag noch wohlwollend unter dem Titel „Schnell und fit im Alter“ angekündigt, führte uns Matthias schon auf seiner Eröffnungsfolie mit der Überschrift „Ente bleibt Ente“ die Realität gnadenlos vor Augen: An das sagenhafte Lungenvolumen eines Miguel Indurain von 50 Litern wird uns auch emsigstes Training nicht mehr heranführen. Die von Mario recherchierten Alterskurven machten uns dann aber doch Mut, auch mit fortschreitendem Alter noch ordentliche Leistungen abrufen zu können.
Im zweiten Vortrag boten uns die aus anderen Karrieren umgestiegenen „Jung“-Unternehmer Sven Hoffmann (Bonvelo) und Carsten Seibold (TTS GmbH) sehr interessante und kurzweilige Einblicke: mit etwas Glück kann aus der Passion zum Rad erfolgreich eine Profession werden und mit noch mehr Glück sogar der „geilste Job“ der Welt. Doch Vorsicht an alle potentiellen Nachahmer: Gut für die Form auf dem Rad ist das Abenteuer Unternehmertum nach der Meinung unserer Experten nicht.

Doch noch einmal zurück zu unserer Königsetappe: Bevor wir die Höhenmeter auf der wunschschönen neu asphaltierten Straße zum Cap Formentor in Angriff nehmen konnten, hatten die Logistiker noch eine echte Herausforderung zu lösen: Wie transportiert man ca. 40 Carbon-Rennräder in einem Reisebus (ohne Anhänger!) und zwei Transportern sicher über die Insel zu unserem Startpunkt? Doch unseren langjährig erfahrenen Verpackungskünstlern Mario und Maik Kummer treibt auch eine solche Aufgabe nicht den Schweiss auf die Stirn: Mit flinken Handbewegungen werden Laufräder ausgebaut, Rahmen in alte Betttücher, Decken und Folien gehüllt und in sauberer Ordnung sicher verstaut.
Nach Ankunft in Porto Pollenca starten wir in vier Gruppen bei strahlendem Sonnenschein und mittlerweile angenehmen Temperaturen zum Cap Formentor. Traumhafte Ausblicke auf die vor uns liegende Bergkette und das türkis-blaue Meer versüßen uns die vielen Höhenmeter auf diesem Abschnitt. Nach ausgiebigem Fotostopp am Cap geht es für die von Olaf Ludwig angeführte Cappuccino-Gruppe direkt durch das schöne Maffay-Tal nach Petra und tatsächlich mal zu einem Cappuccino Stopp. Das anschließende Ausscheidungsrennen gegen die Schließungszeit der Snack Line gewinnen wir nur um Haaresbreite.

Ein Ausscheidungsrennen ganz anderer Art absolviert derweil unsere von Mario Kummer angeführte Spitzengruppe. Mit insgesamt 183 km und 3100 hm einschließlich Abstecher zum legendären Anstieg Sa Calobra, müssen sie sich sputen, um noch vor Sonnenuntergang zurück im Club zu sein. Dank der individuellen Unterstützung durch Maik Kummer gelingt dieses Vorhaben: Die ersten Gruppen haben die Verpflegung zwar ziemlich dezimiert, auf Bestellung kann aber noch Cola und (angeblich) sogar Bier geliefert werden. Dank Ausleuchtung der Strecke durch das Begleitfahrzeug schaffen es unsere Mitstreiter wohlbehalten zurück in den Club.

Der Abschlusstag beginnt mit einer Feedbackrunde, die für einen Dank an das Organisationsteam und die Guides aber gleich auch für das Recruiting neuer Club TdC-Mitglieder genutzt wird: Denn auch unseren sieben erstmals als Freunde teilnehmenden Mitradlern haben unsere Ausfahrten und Vorträge, besonders aber auch die vielen interessanten Gespräche und das Miteinander hervorragend gefallen.

Auf der abschließenden Ausrollrunde lockern wir in flachem Terrain noch einmal die vom Vortag müden Beine, bevor wir mit reichlich Grundlagenkilometern in den Beinen und vielen tollen Momenten im Kopf hochmotiviert die Heimreise antreten. Die Radsportsaison 2017 kann kommen!

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