Treffen der Regionalgruppe Hamburg ohne Helm am 21. September

„Scheibenbremsen am Rennrad -
was sagt ein Schiffsklassifizierer hierzu ?“

Am 21. September trafen sich die Hamburger Club TdC Regionalgruppe und einige Freunde auf Einladung der Club TdC Mitglieder Jan Drögemüller und Matthias Ritters beim DNV GL in der Hamburger Hafen City

Die Firma DNV GL entstand im Jahr 2013 durch Fusion der traditionsreichen Unternehmen DNV (Det Norske Veritas) und GL (Germanischer Lloyd). Seitdem ist DNV GL die größte Schiffs- und Offshore-Klassifikationsgesellschaft sowie ein technischer Berater für die Öl- und Gasindustrie. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energiewirtschaft gehört DNV GL mit seiner Expertise zu den führenden Zertifizierungsgesellschaften.

Nach unserer Ankunft im Raum „Broader View“ genossen wir zunächst bei untergehender Sonne den herrlichen Ausblick aus dem 10. Stock des DNV GL auf die wunderschöne Kulisse der Hafencity.

Nach kurzer Begrüßung führte uns zunächst Jan Drögemüller mit einem Image Video und  einer Firmenpräsentation der DNV GL in das Unternehmen ein. Den waschechten Hamburgern unter uns ist sicher der Germanische Lloyd als „Schiffs TÜV“ noch ein Begriff, doch kaum einer hatte wirklich ein Gefühl dafür was wirklich dahinter steht: Unter dem Slogan „Safer. Smarter. Greener.“ verantwortet der DNV GL als Klassifizierer weltweit 13.000 Schiffe, davon allein 3.300 in Deutschland. Von weltweit 11 Klassifizierungsgesellschaften hat die DNV GL dabei einen Marktanteil von 21%.
Neben dem Überblick über die Geschäftstätigkeit der DNV GL war sicher der Austausch zu der jüngst vollzogenen Fusion am interessantesten. So kamen hier ein traditionsreiches Unternehmen aus Deutschland mit einem norwegischen Unternehmen mit Stiftungshintergrund zusammen. Die eher egalitäre Führungskultur der Norweger spiegelt sich z.B. auch in unserem Besprechungsraum wieder: Der ehemalige Boardroom wurde in die unteren Etagen verlegt und wich diesem exquisiten Besprechungsraum, der nur noch für Kundenevents genutzt wird.

Über die Brücke vom Schiff zum Rennrad führte uns anschließend Matthias Ritters mit einem höchst interessanten Überblick über das Thema Klassifizierung im Radsport. Bestens recherchiert und reich bebildert führte der Vortrag zu so manchen Überraschungen: Wer hätte z.B. schon gewusst, dass man auf dem Rennrad keine Socken tragen darf die höher als bis zur Mitte der Wade reichen oder etwa, dass man auf der Radrennbahn keine Fäustlinge tragen darf ! Dies  nicht etwa aus ästhetischen Gründen sondern rein aus Gründen der unerlaubten Leistungssteigerung.

Abschließend widmeten wir uns dann dem Leitthema des Abends, dem aktuell kontrovers diskutierten Thema der Scheibenbremsen am Rennrad. Auch unter uns gab es hier die unterschiedlichsten Sichtweisen, wobei wir alle der Meinung waren, dass sich das System früher oder später durchsetzen wird. Die funktionalen Vorteile insbesondere in Kombination mit den so heiß begehrten Carbon-Laufrädern sind einfach zu überzeugend - schließlich ist die Felge bei Einsatz von Scheibenbremsen kein Verschleißteil mehr. 

Der Blick in die einschlägigen Normen hielt für uns auch keine abschließende Antworten parat, aber zumindest die folgende - fast schon trivial anmutende - Ausführung zu scharfen Kanten am Rennrad:

EN 14781

4.2 Sharp edges

Exposed edges that could come into contact with the rider’s hands, legs etc., during normal riding or normal handling and normal maintenance shall not be sharp.

Ein Lösungsansatz könnte bzw. sollte folglich zumindest sein die Kanten der Bremsscheiben abzurunden. Fotos von derartig gefertigten Bremsscheiben hielt Matthias Ritters in seiner Präsentation für uns auch gleich schon bereit.

Zum Abschluss gab es dann auch noch für uns alle - falls wir es nicht schon längst wussten - die korrekte Definition eines Fahrrades für uns:

„Das Fahrrad ist ein Fortbewegungsmittel mit zwei Rädern gleichen Durchmessers: das Vorderrad dient zum Lenken; das Hinterrad wird angetrieben.“

Mit reichlich „Food for Thought“ beendeten wir unsere Diskussionen zum Thema Scheibenbremsen und wendeten uns nach kurzem Fußmarsch durch die Hafen-City dem Ausklang unserer Veranstaltung im Restaurant Falco Strauchs zu. Hier wurde weiter in Kleingruppen über Business und Rennradthemen gefachsimpelt und wie es sich gehört auch schon die nächste gemeinsame Ausfahrt geplant.

Wir hoffen auch zur nächsten Veranstaltung mit und/oder ohne Helm wieder zahlreich die Club TdC Mitglieder und Freunde der Region Hamburg begrüßen zu können. Es lohnt sich !

Matthias Pilz

P.S.: Die Präsentation der Veranstaltung ist für Club TdC Mitglieder exklusiv im Mitgliederbereich unter "Downloads" einzusehen.

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