„Ich bin stolz auf diese Saison!“

Für Jan Biemann war das Jahr in der U19-Bundesliga ein großes Abenteuer – bei dem er sich fühlen konnte, wie ein echter Profi. Bloß, dass am Ende der Hintern weh tat!

„Mit der Bundesliga in diesem Jahr ging ein großer Traum für mich in Erfüllung. Ich habe schon seit der U13 gehofft, einmal in einem starken und großen Team zu fahren – und dieser Traum wurde mir dieses Jahr erfüllt. Dafür möchte ich mich hier einmal bedanken.

Meine Saison fing nicht gerade gut an. Gleich mein erstes Bundesliga-Rennen in Frankfurt am Main konnte ich leider nicht beenden. Zum Glück konnte ich mich dann aber steigern und bin bei allen folgenden Rennen ins Ergebnis gefahren.

Dann habe ich mich mit einem Trainingslager im Schwarzwald auf die weiteren Rennen intensiv vorbereitet. Mein schönstes Erlebnis hatte ich im Rennen Ilsfeld-Auenstein. Unser Leader war leider früh gestürzt und damit weit nach hinten gefallen. Mit letzter Kraft und Mühe konnte ich am Feld dranbleiben, bis zur drittletzten Runde. Ich war kurz davor, abreißen lassen zu müssen, als von hinten Domenic mit Jan am Hinterrad herangerauscht kam und ihn mir quasi übergab. Jetzt galt’s! Ich habe mich noch einmal zusammengerissen und die letzten Körner rausgequetscht – und unseren Leader bis in die Spitze des Hauptfeldes gefahren. In der darauf folgenden Runde, war die Luft raus und ich musste abreißen lassen. Aber an diesem Tag habe ich mich als richtiger Helfer gefühlt – nein, sogar wie ein richtiger Profi!

2. von links: Jan Biermann

Am besten war für mich das Mannschaftszeitfahren in Genthin. Dort kamen viele Gefühle und Emotionen zusammen: Angst, Aufregung, Optimismus, Freude und noch viele andere.
Es gab am Morgen des Zeitfahrens zum Frühstück den ersten Aufreger für mich. Der Hotelier hatte wohl noch nie Radsportler beköstigt, denn das Frühstück war recht dürftig. Da habe ich meine 20 Euro für ein kräftiges zusätzliches Mannschafts-Frühstück investiert … hoffentlich hilft es, dachte ich!
Nach dem Startsignal haben wir alle sofort voll beschleunigt – ich wollte direkt auf mein kleinstes (14-er) Ritzel schalten. Aber durch den Einbau des Scheibenrades war die Schaltung verstellt und die Kette „fiel runter“. Na toll – noch keine 100 m gefahren und schon Schluss! Aber ich hatte Glück – mit Gefühl und Geschick bekam ich durch leichtes Ziehen am Schalthebel und vorsichtigem Treten die Kette schnell wieder rauf! Nur hatte ich jetzt ein kleines Loch vor mir. Hinter mir brüllte unser Trainer hektisch aus den Lautsprechern des Teamfahrzeuges WARTEN, WARTEN! Ich gab alles und konnte die Lücke schnell schließen. Trotz des Missgeschickes fanden wir jetzt schnell zu unserem Rhythmus. Wir fuhren ein sehr hohes Tempo, die Wechsel klappten harmonisch – es lief rund. Die erste Wende haben wir super hinbekommen. Die zweite Wende klappte dann leider nicht so gut – so, dass wir anschließend nur noch zu dritt waren. Meine Kräfte gingen zur Neige. Philipp als unser bester Zeitfahrer musste mehr Führungsarbeit übernehmen – keiner hat sich geschont! Jetzt waren wir richtig am Limit, mit allem was dazu gehört.
Platz 9 ist ein Ergebnis, mit dem wir zufrieden sind. Die 50 km haben wir in einer Zeit von 1:00:19,78 zurückgelegt. Auf die Sieger vom Rose Team NRW haben wir 2:17 Rückstand.
Wegen der doch recht ungewohnten Sitzposition tat mir allerdings am nächsten Tag mehr das Hinterteil als die Beine weh. Nach dem tollen Zeitfahren in Genthin habe ich mich dann leider am Knie verletzt. Das war ein schwerer Rückschlag für mich: Ich konnte die letzten Rennen nicht mehr mitfahren, auf die ich mich so gefreut und vorbereitet hatte.

Dennoch war es für mich eine sehr tolle Saison, auf die ich stolz bin und die ich nicht vergessen werde.“

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