Vom Giro und Wettkampfgenen

Der Cappucino-Event in Wolfenbüttel

Ein bisschen zittern musste man schon nach der Anmeldung. Dann Beschwichtigung: Ja, er findet auf jeden Fall statt, der Cappucino-Event. Dann fiel Mario Kummer aus dem Programm. Zu wenige, die mitkommen wollten. So ist das eben. Wolfenbüttel ist nicht Mallorca. Oder hat die Aussicht auf (zu viel) Cappucino die verschreckt, die lieber mit den Hufen scharren?

Schließlich waren wir in wechselnden Tagesbesetzungen Elf, die sich beim Fahren schon darauf freuten, bald ihre gespitzten Lippen in den Milchschaum tauchen zu können. Aber nicht nur. Auch im Harzvorland kann man und frau mit Druck in die Pedale treten ohne das Gefühl zu haben, woanders wäre die Mühe ertragreicher. Die Straßen sind leer und proper geteert, die Orte leicht verträumt, und ja, es geht auch bergauf. Klaus Stockhausen und Andrea Jeschke haben tolle Touren vorbereitet und mit viel Ruhe geführt, wenn es sein musste, auch zwischen zwei Regenfronten hindurch. Wer nach Wattzahlen hungerte, hat das nächste Ortsschild angepeilt oder den Punkt, an dem die Steigung mutmaßlich ein Ende findet. In der Hauptsache aber ist das Peloton genussvoll plaudernd durch Mohnblumen, Roggenfelder, Wiesen und immer wieder Wald gerollt.

Wolfenbüttel ist malerisch und allemal einen Besuch wert, wie auch „die Italiener“, die hier in der Gegend ein Ristorante betreiben. Wir haben fabelhaft gegessen und uns das auf dem Weg ins Hotel wieder und wieder bestätigt. Noch einmal: Ein Hoch auf die ortskundigen Guides.

Ganz ausgezeichnet war auch der Vortrag zur E-Mobilität von Prof. Sven Strube. Je länger er dauerte, desto mehr war zu ahnen, dass wir tatsächlich an einem Scheidepunkt stehen. In den nächsten zehn Jahren wird sich unser automobilistisches Leben in einem Maß ändern, das wir uns noch kaum vorstellen können. Ehrlich, ich, nicht jeder hatte eine Vorstellung, wie schnell das gehen wird. Aber jetzt.

Insgesamt war der Cappuccino-Event ein schönes Stück Vereinsleben, fahren, reden, fragen, zuhören, eine Gegend kennenlernen, die an den Rand gerückt ist. Das Format „Ein Mitglied lädt ein“ ist ein Top-Werkzeug für einen bundesweiten Verein. Die, die gekommen sind, waren die Richtigen und sind mit der Überzeugung nach Hause gefahren, dass sich das entwickeln wird.

 

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